Factorio, kein Spiel wie jedes anderes

Bruchlandung auf einem Planeten, ein paar Materialen in der Tasche und ein kleines Rezeptbuch. Soweit zum Anfang und auch zur Vorgeschichte.

Wer nun meint er hätte wieder ein Sandboxgame á la Minecraft vor sich, dem sei gesagt das er diese Ansicht schnell wieder verwerfen wird! Aber nun zum Spiel als solches:

Gameplay

Wie bei den meisten Sandboxgames gibt es hier keine Geschichte, beziehungsweise in einer kurzen Kampanie wird euch erklärt das man auf einem fremden Planten abgestürzt sei und man wieder von da weg will. Soweit, so kurz. Allerdings wird man schnell feststellen das der Weg dahin lange, aber extrem kurzweilig von statten geht.

Nachdem man die Startbedingungen in dem Mapgenerator eingestellt hat findet man sich zunächst auf einer zufallsgenerierten Map wieder. In dem Inventar befinden sich ein paar Items mit denen sich die ersten Schritte realisieren lassen. Dabei folgt Factorio immer absolut logisch nachvollziehbare Abfolgen. Nachdem man von Hand oder mit dem Erzförderer ein paar Materialen abgebaut hat muss man diese zur Nutzung weiterverarbeiten. Beispielsweise man stellt einen Erzförderer auf ein Erzvorkommen, befeuert diesen mit Kohle oder Holz und am Ausgang des Förderers liegt nun ein Erzbrocken. Räumt man diesen nicht weg, ist die Produktion stillgelegt. Also muss man eine Kiste, Förderband oder eine Schmelze davor stellen um das Erz  einzuschmelzen. Eine Schmelze benötigt  auch Brennmaterial, dies solltest du nach Möglichkeit automatisch befördern.

So entsteht nach und nach ein immer komplexeres Gebilde an Schmelzen, Förderbändern, Greifarmen, Fabriken, Raffinerien und Kisten. Außerdem erzeugt jede Maschine eine gewisse Umweltverschmutzung welche sich langsam ausbreitet. Erreicht diese ein Aliennest greifen dessen Bewohner nun beständig an wogegen ihr euch allerdings verteidigen könnt.

Auf den ersten Blick sieht es aus als wäre das ganze wahnsinnig kompliziert. Allerdings merkt man schon bei dem spielen der Demo recht schnell das man hier sehr langsam herangeführt wird. Denn zum Anfang hat man lediglich eine Hand voll Rezepte mit denen man die grundlegenden Materialen herstellen kann, weitere Rezepte erforscht man in seinen eigenen Laboren. Dies wohlgemerkt langsam und ohne festgelegten Zeitpunkt. Dadurch ist auch gegeben das die Lernkurve bei Factorio nicht zu hoch ist und man viel rumexperimentieren kann.

Grafik

Ein grafisches Wunder darf man hierbei nicht erwarten. Dies würde auch den Pixellook zerstören. Die Entwickler haben allerdings hoch aufgelöste 2D Texturen eingefügt und nahezu alle Objekte haben eine Animation. Der Fokus liegt klar auf dem Gameplay.

Fazit

Think bigger ist hier die Devise und auch Fehlplanungen gehören zu den ersten Schritten bei Factorio, aber man wird steht belohnt wenn es genau so klappt wie man es sich zuvor vorgestellt hat. Wenn dann noch nach gut 20-60 Stunden die erste Rakete ins All fliegt und man vor der Option gestellt wird nun das Spiel zu beenden oder doch weiterspielen, wird man sich bei dem Gedanken erwischen wie man bei der nächsten Map es besser, optimaler oder größer machen kann.  Durch die extrem Modderfreundliche Architektur des Spiels mangelt es auch nicht an neuen Inhalten. Auch die Option das man mit Freunden zusammen spielen kann macht den Titel absolut wiederspielenswert.

 

Bildquellen

Über Silberbaer 9 Artikel
Geboren im Jahre 1981, Norddeutscher Eigenbrötler, leidenschaftlicher Zocker und Bastler.  Seit ich klein bin beschäftige ich mich mit Computern und Spiele, besonders haben mir es Serveranwendungen angetan, aber auch der Hardwarebereich ist für mich sehr interessant.